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Mst. Ing. Mario J. Tomasek Pflasterermeister
Innenhof mit Granit-Kleinsteinpflaster im Bogenverband, daneben Pflanztröge und ein alter Mauerstein

Skills Trainings & Pavingexpert

Objektberatung Pflasterbau

Eine Pflasterfläche wird einmal gebaut und dann jahrzehntelang befahren. Ob sie das aushält, entscheidet sich in den Wochen davor.

Wir haben doch einen Planer.

Ein Plan zeigt, wo die Fläche liegt und wie sie aussieht. Wie sie aufgebaut wird, steht dort selten.

In den meisten Projekten, die ich sehe, ist die Fläche sauber gezeichnet: Umriss, Höhen, Materialbezeichnung, Quadratmeter. Beschrieben ist damit die Oberfläche. Getragen wird sie aber von dem, was darunter liegt, und dafür gibt es in der Ausschreibung oft nur eine Zeile mit einer Mengenangabe.

Genau in dieser Zeile entstehen später die Kosten. Eine Fläche, die sich setzt, wird nicht nachgebessert, sie wird aufgenommen, der Unterbau wird korrigiert und die Steine werden neu gesetzt. Das ist ein Vielfaches dessen, was die richtige Entscheidung vorher gekostet hätte, und es passiert im laufenden Betrieb, auf einer Einfahrt, die inzwischen benutzt wird.

Ich lese den Plan und die Ausschreibung mit den Augen dessen, der die Fläche später beurteilen müsste. Fünf Entscheidungen fallen dabei immer, ob man sie trifft oder ob sie nebenbei getroffen werden:

Geschwungene Granit-Randeinfassung zwischen einer gepflasterten Fläche und einem Beet aus dunklem Splitt

Die Randeinfassung ist kein Zierstreifen. Sie hält die Fläche zusammen, und sie ist die erste Stelle, an der eine falsche Entscheidung sichtbar wird.

Wir haben schon ausgeschrieben. Ist es dafür nicht zu spät?

Nein, aber der Handlungsspielraum wird mit jeder Woche kleiner. Vier Zeitpunkte, ehrlich beschrieben.

Frisch verlegter Granit-Plattenbelag vor einem Hauseingang mit Entwässerungsrinne vor der Tür, daneben ein noch offenes Beet

Kurz vor der Fertigstellung: Die Rinne vor der Tür, die Anschlusshöhe zur Schwelle und der Rand zum Beet sind Entscheidungen, die Wochen früher gefallen sind.

  1. Vor der Ausschreibung

    Der beste Zeitpunkt. Was hier im Leistungsverzeichnis richtig beschrieben ist, muss später niemand nachverhandeln, und die Angebote werden vergleichbar, weil alle Betriebe dasselbe kalkulieren.

  2. Vor dem Aushub

    Immer noch gut. Aufbauhöhen, Anschlusshöhen und die Entwässerung lassen sich ohne Mehrkosten ändern, solange die Maschine noch nicht gefahren ist.

  3. Während der Ausführung

    Jetzt wird es eng, aber es lohnt sich immer noch. Ein Blick auf das fertige Planum, auf die Tragschicht und auf die Bettung, bevor der erste Stein liegt, ist der letzte Moment, in dem eine Korrektur einen halben Tag statt eine Woche kostet.

  4. Wenn die Fläche liegt

    Ab hier berate ich nicht mehr, sondern befunde. Was jetzt zu klären ist, sind Ursache, Verantwortung und Sanierungsweg, und das ist Arbeit für ein Gutachten, nicht für eine Empfehlung.

    Zur Sachverständigentätigkeit

Wenn Sie unsicher sind, in welcher dieser vier Phasen Ihr Projekt gerade steht: Schreiben Sie mir zwei Sätze dazu. Diese Einschätzung kostet Sie nichts und spart im ungünstigen Fall einen Ortstermin, der Ihnen nichts mehr bringt.

Und wenn Sie später gegen uns aussagen?

Wer eine Fläche beraten hat, kann über dieselbe Fläche kein Gerichtsgutachten schreiben.

Der Einwand kommt fast immer von der ausführenden Seite, und er ist berechtigt. Ein allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, der ein Projekt begleitet hat, ist für dieses Projekt als Gutachter befangen. Das ist keine Frage des guten Willens, sondern eine Frage der Rolle, und sie ist mit der Beauftragung entschieden.

Beratung und Begutachtung sind deshalb zwei getrennte Aufträge, die sich am selben Objekt gegenseitig ausschließen. Wer mich vor dem Bau holt, holt sich damit jemanden, der später nicht auf der Gegenseite sitzen kann.

Der zweite Teil der Antwort ist praktischer: Die Empfehlung geht an alle Beteiligten, nicht nur an den Auftraggeber. Der Betrieb, der die Fläche baut, liest dasselbe Papier wie der Bauherr. Eine Bewertung, die nur eine Seite kennt, ist keine Bewertung, sondern Munition, und damit lässt sich keine Fläche bauen.

Was ich dabei nicht mache: Ich bewerte keinen Betrieb und ich schreibe niemandem vor, mit wem er arbeitet. Beurteilt wird die geplante Bauweise, nicht die Firma, die sie ausführen soll.

Was habe ich am Ende in der Hand?

Einen Ortstermin, eine Bewertung der geplanten Bauweise und eine schriftliche Empfehlung, die auf der Baustelle brauchbar ist.

Der Ortstermin dauert so lange, wie die Fläche es hergibt. Angesehen wird der Untergrund, soweit er zugänglich ist, die Umgebung, die Höhen, an die angeschlossen werden muss, und die Frage, wohin das Wasser läuft. Wenn schon gegraben ist, wird das Planum geprüft. Sie bekommen die wichtigsten Punkte bereits vor Ort mündlich, damit auf der Baustelle nichts stillsteht, bis das Schriftstück da ist.

Die schriftliche Empfehlung ist kein Gutachten und will keines sein. Sie ist so geschrieben, dass ein Polier sie lesen und danach arbeiten kann: was aufgebaut wird, in welcher Stärke, mit welchem Material, wo die Randeinfassung steht, wie entwässert wird, welche Prüfungen sinnvoll sind. Dazu die Stellen, an denen die Ausschreibung ergänzt gehört, damit später niemand über den Leistungsumfang streitet.

Der Aufwand, auf beide Seiten aufgeteilt

Was Sie tun

  • Den Plan oder die Skizze schicken, wenn es einen gibt. Handskizze mit Maßen genügt.
  • Zwei Sätze zur Nutzung: Wer fährt darüber, wie schwer, wie oft.
  • Am Termin die Fläche zugänglich machen.
  • Nach dem Lesen der Empfehlung fragen, was unklar geblieben ist.

Was von mir kommt

  • Die Durchsicht von Plan und Ausschreibung vor dem Termin.
  • Der Ortstermin mit Aufnahme von Höhen, Untergrund und Anschlüssen.
  • Die mündliche Einschätzung noch am selben Tag, damit die Baustelle weiterlaufen kann.
  • Die schriftliche Empfehlung zu Aufbau, Bettung, Randeinfassung, Entwässerung und Steinwahl.
  • Die Formulierungen, mit denen die Ausschreibung ergänzt werden kann.
  • Die Rückfragerunde nach dem Lesen, telefonisch oder auf der Baustelle.

Ihr Aufwand ist damit der Termin selbst und ein Telefonat. Was daraus wird, ist meine Arbeit. Das ist keine Freundlichkeit, sondern die einzige Aufteilung, die funktioniert: Sie kennen das Projekt, ich kenne die Regeln, nach denen es später beurteilt wird.

Sieht man einer Fläche an, ob vorher geredet wurde?

An drei Stellen fast immer: am Rand, an der Stufe und dort, wo Wasser hin soll. Drei Flächen aus Oberösterreich, mit dem, worauf zu achten ist.

Schicken Sie den Plan, solange er noch Papier ist.

Ein Lageplan, ein Schnitt oder eine Skizze mit Maßen genügt für die erste Rückmeldung, ob ein Ortstermin bei Ihrem Projekt überhaupt noch etwas bringt. Wenn er nichts mehr bringt, schreibe ich Ihnen das ebenso.