Übung im Freien: Die Lage wird entlang der gespannten Schnur aufgesetzt, jeder Stein einzeln ausgesucht und angepasst.
In meinen Seminaren wird gearbeitet. Es liegt eine Fläche bereit, es liegen Steine bereit, es gibt Werkzeug und Maschinen, und jeder Teilnehmer setzt selbst: Planum prüfen, Bettung abziehen, Schnur spannen, Steine setzen, Fugen schließen, verdichten. Danach wird angesehen, was jeder Einzelne gebaut hat, und zwar bevor jemand sagt, wie es richtig gewesen wäre.
Das ist der eigentliche Punkt. Wer die eigene Fuge misst und selbst sieht, dass sie zwei Millimeter zu breit läuft, braucht keine Belehrung mehr. Ein Bild an der Wand mit einer falschen Fuge betrifft immer jemand anderen; die eigene Fuge betrifft einen selbst.
Theorie kommt vor, aber sie kommt an der Stelle, an der sie gebraucht wird: wenn die Bettung schon abgezogen ist und die Frage aufkommt, warum es genau diese Körnung sein soll. Regelwerk und Handgriff hängen dann zusammen, statt in zwei Blöcken nebeneinanderzustehen.
Draußen wird ebenso gearbeitet. Wo ein Betrieb eine geeignete Fläche hat, findet die Übung dort statt, bei dem Wetter, das an dem Tag eben herrscht. Das ist kein Nachteil, sondern die realistischere Situation.